Sommerakademie für Bildhauerei, Malen und Zeichnen

Kunst & Begegnung

Wandern in der Marmorwelt

S01: 29.07. - 04.08.2018 mit Jan Langewouters / Buchen

Der Nationalpark der Apuanischen Alpen in der Toskana ist ein wahres Wanderparadies. Schattige Kastanienwälder, tiefe Täler mit glasklaren Gebirgsbächen und sanfte Wiesenlandschaften verbinden sich mit karstigen und bizarren Felsformationen zu einer einzigartigen Gebirgslandschaft mit spektakulären Panoramen und Ausblicken auf das Tyrrhenische Meer. 

Und die Apuanischen Alpen sind das wohl berühmteste Marmorgebiet weltweit. Der Abbau dieses edlen Gesteins prägt seit über 2000 Jahren die Landschaft und ihre Bewohner.

In diese einmalige Welt zwischen Meer und Marmor möchten wir sie gerne einführen und begleiten. Wir wandern durch Flussläufe voller Marmorsteine, auf alten Pfaden der Steinbrucharbeiter, auf ehemaligen Maultierwegen, über blühende Wiesen und karstige Höhenwege und durch stillgelegte und noch aktive Steinbrüche.

Ein herrlicher Blick auf grünbewachsene Marmorberge
Herrliche grünbewachsene Marmorberge
Jan Langewouters wandert mit Hündin Stella
Jan unterwegs

Sie wohnen, wie die anderen Gäste von Campo dell’Altissimo auch, im Bergdorf Azzano (siehe: Wohnen und Unterkünfte). Von hier aus starten die Touren und hierher kommen Sie auch jeden Abend zurück. Selbstverständlich sind Sie jederzeit herzlich willkommen, wenn Sie am Campo die Bildhauer und Maler und ihre Werke kennenlernen möchten. Oder einfach nur ein Gläschen Wein trinken wollen. 

Das Programm:

Alle Wanderungen sind leicht bis mittelschwer, erfordern Trittsicherheit und die reine Wanderzeit beträgt jeweils maximal 4 bis 5 Stunden.

1. Tag: Von Azzano aus wandern wir durch den Marmorfluss Serra ins Tal nach Seravezza. Im Fluss bleibt genügend Zeit für ein Bad im glasklaren Wasser und zum Sonnen auf den großen, vom Wasser rundgewaschenen Steinen. In Seravezza besuchen wir den typischen Wochenmarkt.
Zurück geht es erst auf einem alten Eselspfad durch den Kastanienwald, dann durch einen stillgelegten Steinbruch, der heute eine archäologische Zone ist zu der romanischen Kirche La Cappella  am Ortsrand von Azzano.
Von hier aus genießen wir einen Blick über die gesamte Ebene bis zum Meer. Und auf der gegenüberliegenden Talseite sehen wir den Steinbruch, den Michelangelo im Auftrag der Medici erschlossen hat. Zum Ausklang des Tages trinken wir einen Kaffee oder ein Glas typischen toskanischen Landwein am Campo.

Bergblumen blühen am Wegesrand
Bergblumen
Im Hintergrund der Monte Altissimo, an dem der Fluß Serra entspringt
Die Serra entspringt am Monte Altissimo
In Seravezza verbindet sich die Serra mit der Vezza
Wir folgen dem Fluß nach Seravezza

2. Tag: Wieder starten wir in Azzano: diesmal in die andere Richtung, nach oben. Unser Ziel sind die Steinbrüche des Cervaiole (Höhe:1100m) Wir laufen über die Pfade, die die Steinbrucharbeiter früher hier angelegt haben und über die sie täglich zu Fuß zur Arbeit gingen. Nach dem Anstieg durch den Kastanienwald erreichen wir die Baumgrenze und es eröffnet sich ein sagenhafter Ausblick über das Tal, die Berge bis hin zum Meer. Weiter geht es über sanfte Wiesenwege bis zum oberen Rand des Steinbruchs. Ein sehr beeindruckender Blick, direkt hinab in die Welt des Marmorabbaus. Hier oben machen wir ein Picknick, bevor wir den Abstieg beginnen. Dauer insgesamt: ca. 5 - 6 Stunden.

Auf dem Weg liegen verlassene Marmorsteinbrüche
Verlassener Steinbruch auf dem Weg
Die romanische Kirche La Cappella
La Cappella, ein magischer Ort

3. Tag: Dieser Tag steht Ihnen zur freien Verfügung und zur Erholung. Sie können zum Baden ans Meer fahren oder aber die Künstlerstädte Pietrasanta, Lucca oder auch Florenz besuchen.

Alternativ können Sie an diesem Tag auch einen Schnuppertag in einem Bildhauerkurs am Campo wahrnehmen. Sie können mit Hammer und Meißel die Lust an der Arbeit mit Marmor erfahren.

4. Tag: Mit dem Auto fahren wir nach Carrara und von dort vorbei an riesigen Steinbrüchen hoch in das Dörfchen Colonnata. Hierhin ließ schon Kaiser Augustus sein Sklaven bringen, um für ihn den Marmor abzubauen. Von dem malerischen kleinen Ort aus machen wir uns auf in Richtung Bergwelt.
Zunächst durch den Wald erreichen wir bald ein kleines, heute verlassenes Dorf. Von hier aus geht es weiter in die einsame apuanische Bergwelt mit ihrer alpinen Vegetation in über 1000 Meter Höhe.

Der Ausblick von hier aus ist spektakulär. Schroffe Hügelketten, blühende Bergwiesen, stufenartige Landschaften, die der Marmorabbau in die Landschaft geschnitten hat und im Hintergrund das Meer.
Nach dem Abstieg machen wir in Colonnata eine Brotzeit mit dem berühmten „Lardo di Colonnata“. Ein altes Steinbrucharbeiteressen, das heute eine italienische Spezialität ist.

Der grandiose Steinbruch des Cervaiole
Besuch im Steinbruch des Cervaiole
Die weltberühmten Ponti di Vara bei Carrara
Bei Colonnata: weltberühmte Ponti di Vara
Zwischendurch kann man im Fluß Serra baden
Erfrischung im Fluß
Das Tal der Sklaven bei Carrara
Blick ins Tal der Sklaven bei Colonnata

5. Tag: Am letzten Tag widmen wir uns der Verarbeitung des Marmors, den wir bisher nur in seinem Naturzustand gesehen haben. Wir besichtigen eine Marmorsägerei, denn die Gegend hier ist weltberühmt für Ihre Sägetechnik. Innerhalb weniger Stunden zerlegen die Sägeblätter die riesigen Marmorblöcke in Marmorplatten, die von hier aus in die ganze Welt verkauft werden. Danach besichtigen wir Ateliers von zeitgenössischen Bildhauerkünstlern und Werkstätten von alten Handwerkern.
Nach einem Mittagessen in Pietrasanta machen wir entweder einen gemütlichen Spaziergang durch den Pinienwald und nehmen zum Abschluss ein Bad im Meer. Oder wir spazieren zum letzten Mal in einen noch aktiven Steinbruch am Monte Altissimo und nehmen zum Abschluss einen Aperitif bei unserem Freund André, der in einer wunderschönen alten Villa oberhalb des Marmorflusses wohnt. Die Mehrheit entscheidet.

Den Tag und die Woche beschließen wir zusammen mit den Gästen des Bildhauerkurses am Campo bei einem gemeinsamen Abschiedsessen.

Ein Marktbesuch in Seravezza liegt auf dem Wanderweg
Marktbesuch in Seravezza
Im Hintergrund das Massiv des Monte Altissimos
Sandstrand der Versilia
Abendstimmung am Meer
Abendstimmung am Meer
Genießen und Feiern am Campo mit den Bildhauern
Gemeinsame Pause am Campo